Börsenverein Jahresbericht 2024 - Flipbook - Seite 7
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ZWISCHENBUCHHANDEL
VERLAGE
AGE
VERLAGE
DIE FACHAUSSCHÜSSE
© Arvato / Libri
Der Ausschuss für den Zwischenbuchhandel (ZwiBu) war im Jahr 2025 maßgeblich
mit der Sicherung und Weiterentwicklung
zentraler Prozesse im Buchhandel befasst.
Als verbindende Marktstufe zwischen
Verlagen, Sortimentsbuchhandel und
weiteren Marktpartnern kommt ihm eine
zentrale koordinierende Funktion zu.
Seine Leistungen tragen wesentlich zur
Stabilität von Logistik-, Abrechnungs- und
Informationsprozessen bei und wirken
spartenübergreifend für alle Segmente
des Marktes.
Ein Schwerpunkt der Ausschussarbeit
lag auf der EU-Entwaldungsverordnung
(EUDR) sowie auf der Einführung der
E-Rechnung. Beide Themen betreffen die
gesamte Branche und erfordern eine einheitliche Auslegung sowie standardisierte,
praxistaugliche Umsetzungsprozesse.
Der ZwiBu brachte hierzu seine umfassende Prozess- und Systemkenntnis
ein, identifizierte branchenspezifische
Besonderheiten und wirkte an der Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze
mit, begleitet von branchenbezogener Interessenvertretung gegenüber politischen
Entscheidungsträger*innen. Ziel war es,
regulatorische Anforderungen effizient
umzusetzen und die Funktionsfähigkeit
bestehender Strukturen zu sichern.
Mehr zur EUDR auf Seite 14.
© Mathis_Beutel / Katja Berger / Bonnier_Media /
Verlagsgruppe_Droemer_Knaur_GmbH
Die rasch voranschreitenden Entwicklungen der künstlichen Intelligenz, ihre
Herausforderungen für die gesamte
Branche und insbesondere ihre Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse in den
Verlagen beschäftigten den Ausschuss
für Verlage im Jahr 2025 intensiv. Die
steigende Zahl per KI erstellter Fake-Bücher, insbesondere in den Genres Kinder-/
Jugendbuch und Ratgeber, senken nicht
nur die Umsätze, sondern schädigen
zudem das Vertrauen der Kund*innen
in die Qualität der Verlagspublikationen.
Eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht
fehlt bislang. Daher griff der VA den ihm
gegenüber geäußerten Wunsch nach
einer Orientierungshilfe für Verlage und
Buchhandel auf, die Klarheit über den
Einsatz von KI bei Veröffentlichungen
bieten soll. Mitglieder des VA erarbeiteten
mit Kolleg*innen der Interessengruppe
Digital eine im November erschienene
„Handreichung zur Entwicklung einer
verlagseigenen Haltung im Umgang mit
KI“. Mehr dazu auf Seite 12.
Darüber hinaus unterstützte der VA den
Börsenverein in seinem Einsatz gegen
Urheberrechtsverletzungen bei KI auf nationaler und europäischer Ebene sowie
bei der entsprechenden Gestaltung des
AI-Acts, um die Nutzung sogenannter
Schattenbibliotheken zum KI-Training
durch deren amerikanische oder chinesische Betreiber einzudämmen.
Zentrale Aufgabe der Fachausschüsse als gewählte Gremien
der drei Sparten Verlage, Sortimentsbuchhandel und Zwischenbuchhandel ist es, ihre
unterschiedlichen Interessen
untereinander abzugleichen
und – soweit möglich – zum
Ausgleich zu bringen und
die Bedarfe, Notwendigkeiten
und Positionen der Sparten
innerhalb des Verbandes und
darüber hinaus zu vertreten.
2025 tagten die Fachausschüsse im Frühjahr in Leipzig und
im Herbst in Frankfurt. Hierbei
verhandelten sie in zwei gemeinsamen und in getrennten
Sitzungen besonders folgende
Themen:
die wachsende Bedeutung des
Gebrauchtbuchmarktes, eine
Fortführung der Preisanalyse
zum Wirtschaftsfaktor Backlist, Etikettierungsmodelle und
-prozesse, die Auswirkungen
assistiver und generativer
KI einschließlich einer möglichen freiwilligen KI-Kennzeichnung, Veränderungen
in der Kulturpolitik sowie
sämtliche Implikationen der
Entwaldungsverordnung (bis
hin zur geglückten Ausnahme
von Büchern).